Kultur für den kleinen Schein

Günstige Kulturveranstaltungen müssen nicht oberflächlich sein und gute Kultur nicht teuer. Im über 800 Jahre alten Bad Doberan mit seinem über 200 Jahre alten Ortsteil Heiligendamm ist Geschichte allgegenwärtig. Doch sie erklärt sich nicht von selbst und darum gibt es ausgebildete professionelle Gästeführer, die Ihnen alles zeigen, erklären und mit Anekdoten für eine kurzweilige Unterhaltung sorgen. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wo Sie für einen kleinen Schein Kultur, Geschichte und Architektur live erleben können.

 

Das Doberaner Münster hautnah erleben.
Wo, wann und wie die Mönche lebten, beteten und arbeiteten.

Die älteste Kathedrale des Ostseeraumes ist nicht nur von außen auffällig groß, sondern auch innen so reichhaltig ausgestattet, dass man ohne einen fachkundigen Gästeführer gar nicht alles versteht.

Weil alles original erhalten ist, kommen Nutzungen verschiedener Zeiten zusammen: Die Gebetsstätte des Zisterzienserklosters, die Grablege der mecklenburgischen Herzöge und des Hochadels, die Nutzung als Pfarrkirche und natürlich das Denkmal an sich.

Alles hat seine Geschichte und Geschichten und die Münster-Führer bringen Sie Ihnen nahe, von der tiefsten Gruft bis zum höchsten Aussichtspunkt des erhabenen Glockenturmes.

Der Eintritt kostet nicht einmal einen kleinen Schein: Erwachsene zahlen 4 Euro, mit Ermäßigung sind es sogar nur 3,50 Euro, für ganze Familien 8 Euro und Kinder bis 17 Jahren gar nichts. Apropos Kinder: Jeden Samstag und im Juli und August zusätzlich auch Dienstag, jeweils um 11 Uhr führen Kinder Kinder durch das Doberaner Münster. Wer kann Kindern dieses spannende große und unvorstellbar alte Bauwerk mit seiner Geschichte besser erklären, als Gleichaltrige? So wird ein Münster-Besuch zum Erlebnis für die ganze Familie!

Übrigens gibt es auch Kombi-Führungen durch das Klostergelände und die Residenzstadt und Themen-Führungen zu acht verschiedenen Themen, sowie regelmäßige Vorträge, Konzerte und natürlich Gottesdienste.

 

Durch das älteste deutsche Seebad flanieren.
Wo die Reichen und Schönen seit über 200 Jahren ihre Sommerfrische nehmen.

Hell leuchtende Prachtbauten aus drei Epochen kultureller Entwicklung, umgeben von Wald und direkt am Strand– das ist die Weiße Stadt am Meer, das Seeheilbad Heiligendamm. Gegründet 1793 durch Herzog Friedrich Franz I. erlebte das erste Seebad auf dem europäischen Festland eine abwechslungsreiche Geschichte.

Heute wieder ein Sinnbild für Luxus der Extraklasse ist das 2004 zum schönsten Hotel der Welt gekürte Grand Hotel der Mittelpunkt dieses einzigartigen Ensembles.

Doch weiße Schönheit und grauer Verfall liegen dicht beieinander und die Hintergründe sind interessant und brisant. Geführt durch fachkundige Gästeführer können Sie eintauchen in das Arkadien des 21. Jahrhunderts und verstehen, warum außerhalb dieser Oase alles so ist, wie es ist.

Auch hier kostet der Eintritt nur 4 Euro und ermäßigt 3,50 Euro. Kinder über 6 Jahren zahlen nur 2 Euro und unter 6 gar nichts. Die Führungen finden immer mittwochs um 11:00 Uhr und sonntags um 10:00 Uhr statt. Freitags gibt es sogar eine Kombi-Führung durch die Weiße Stadt am Meer bis in eine einzigartige Ausstellung mit Bildern, Fotos, Karten und Sammlerstücken aus 200 Jahren Geschichte inklusive einem Einblick in die Zukunft Heiligendamms. Diese Führung kostet 7 Euro pro Person und in der Ausstellung ist eine kleine Erfrischung und Erleichterung möglich. Die Kombi-Führung wird durch ZAM-Autor Martin Dostal angeboten.

Übrigens gibt es samstags im Grand Hotel selbst auch Vorträge des Kunsthistorikers und Heiligendamm-Experten Prof. Joachim Skerl. Mit 10 Euro Eintritt fällt dieser Tipp zwar nicht mehr in die Kategorie des kleinen Scheins, ist aber trotzdem eine Empfehlung wert.

 

Im eigentümlichen Möckelhaus Seebad-Geschichte und Badeleben entdecken.
Auf den Spuren der unvergleichlichen Geschichte einer einzigartigen Region.

Wer durch Bad Doberan läuft oder fährt, der kommt an der eigentümlichen toten Villa mit ihren vielen Türmen und Erkern nicht vorbei. Viele glückliche Paare wurden hier standesamtlich vermählt, aber das Standesamt ist nur eine der Funktionen, die das einstige Wohnhaus des Baumeisters Gotthilf Ludwig Möckel heute erfüllt. Der Rest der großen Villa ist voller Exponate, Bilder, Karten, Informationstafeln, Modelle und allem, was zu einem echten Museum dazu gehört.

Zum Greifen nah sind die Dinge, mit denen man sich vor 200 Jahren gewaschen und erfrischt, gesundet und vergnügt hat, die urkomische Badebekleidung, die wuchtigen Apparaturen und die einzigartigen Souvenirs ihrer Zeit. Wenn das Wetter mal nicht so gut ist – das Stadt- und Bädermuseum sorgt für lange Kurzweile. Erwachsene zahlen 3 Euro, ermäßigt 2 und Familien 6 Euro. Mit Führung kostet es nur einen Euro extra.

Übrigens: Es gibt sogar eine Kombi-Karte Münster und Möckelhaus für nur 5 Euro, ermäßigt 3,50 und für die ganze Familie 10 Euro.

 

Mit der Dampflok mitten durch die Stadt fahren.
Nostalgie auf Schienen mit reichlich Schall und Rauch.

Zugegeben: Eine Molli-Fahrt ist nicht ganz billig.
Fährt man vom einem zum anderen Endbahnhof, zahlt man 14,50 Euro.

Was viele gar nicht wissen: Der „Molli“ ist kein D-Zug, sondern eher eine Straßenbahn und man kann an jeder Station aus- und wieder einsteigen.

Wer einfach mal kurz Dampflok-Nostalgie genießen möchte, kauft eine Einzelfahrkarte Kurzstrecke für 3,20 Euro.

Damit kann man in Bad Doberan zwischen Bahnhof und Goethestraße oder in Kühlungsborn zwischen Mitte und Ost fahren. Beide Orte sind nicht groß, sodass man vom so erreichten Zielort aus auch wieder zu Fuß zurück zum Start kommt. Am besten natürlich entlang der Bummelmeilen und Sehenswürdigkeiten des jeweiligen Ortes.

Übrigens: Kinder unter 6 Jahren fahren kostenfrei.

Viel Spaß auf Ihrer Entdeckungsreise!

 

Änderungen vorbehalten. Wenn Sie eine Änderung feststellen, informieren Sie mich bitte.

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